Hypnose bei chronischem Schmerz
Hypnose hat in der Schmerztherapie eine lange Tradition. Bereits Mitte des 19. Jh., als es noch keine Narkosemittel gab, führte z. B. der schottische Arzt J. Esdaile hunderte große Operationen in Hypnose durch. Heutzutage erinnert man sich vor allem in der zahnärztlichen Praxis daran und kann Hypnose einsetzen, wenn ein Patient kein Anästhetikum (Betäubungsspritze) verträgt.
In der psychologischen Schmerztherapie hat sich Hypnose besonders bei der Bewältigung chronischer Schmerzen bewährt. Es geht dabei allgemein darum, die Selbstheilungskräfte der Patienten zu aktivieren, um Schmerzen zu lindern und um vielleicht auch mit weniger Medikamenten auszukommen. In diesem Zusammenhang möchte ich an einen Satz von ALBERT SCHWEITZER erinnern:
„Patienten tragen ihren eigenen Arzt in sich. Sie kommen zu uns und wissen nichts von dieser Wahrheit. Das Beste, was wir tun können ist, dem inneren Heiler unserer Patienten die Chance zu geben, seine Arbeit zu tun.“
Dieser „innere Heiler“ wird in der Hypnotherapie als „das Unbewusste“ oder auch als „innerer Ratgeber“ bezeichnet.
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Wenn Sie mögen, dann vergegenwärtigen Sie sich einmal, was Sie schon von und über Schmerzen wissen und was man daraus machen kann:
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Was Sie vielleicht noch nicht wissen:
- Chronischer Schmerz weist auf ein Ungleichgewicht im Leben des Betroffenen hin (z.B. Arbeit – Erholung, Geben – Nehmen, Festhalten – Loslassen, Trauer – Hoffnung, Anspannung – Entspannung, Einsamkeit – Geselligkeit, Langeweile – Beschäftigung, Aufopferung – Dankbarkeit ….)
- Niemand hat trotz derselben Diagnose genau den gleichen Schmerz. Schmerz ist individuell und vielgestaltig.
- Kein Schmerz muss so bleiben wie er ist. Schmerz kann man verwandeln.
- Chronischer Schmerz kann ein Teil des Patienten sein, dem lange keine Beachtung geschenkt wurde.
Was passiert da nun bei einer hypnotherapeutischen Schmerzbehandlung?
Zunächst geht es darum, sich zu leisten, eine ganze Weile n i c h t s zu tun und sich überraschen zu lassen, wie sich der Organismus für diese wohlige Faulheit bedankt.
Dann kann man sich aussuchen, ob man im Geiste erst einmal an einen Ort geht, der das ganz persönliche Sinnbild von Ruhe und Erholung ist, und den schmerzenden Körper im Sessel zurücklässt oder ob man schon Kontakt zu seinem Schmerz aufnimmt, um von ihm zu erfahren, weshalb dieser ungebetene Besucher immer wieder kommt.
Manche Patienten wollen nichts von beidem und sind erstaunt, was da dennoch in Hypnose auftaucht.
Es ist auch möglich, mit dem Schmerz zu „spielen“, ihn abzuschwächen, zu verstärken oder in eine andere Körperregion zu verschieben, aber das ist banal und hilft nur kurz, weil man die Botschaft des Schmerzes nicht entschlüsselt.
Öfters erscheint in Hypnose der Schmerz auch als ein Symbol, als Bild, z. B. als ein tosendes Meer, ein wildes Tier, ein drückender Stein, ein Stoppschild, eine eisige Landschaft, ein Käfig, eine Rose. Solche Bilder kann man verändern und erleben, wie dadurch Empfindungen und Gefühle anders werden.
Patienten, die von einer hypnotherapeutischen Schmerztherapie profitieren wollen, sollten bereit sein, Selbsthypnose zu lernen, um vom Therapeuten unabhängig zu werden. Das ist mit Übung verbunden, dauert länger als das Einnehmen einer Tablette, ist aber auch frei von negativen Nebenwirkungen.
Wenn Sie mit meiner Hilfe Ihre Schmerzen lindern wollen, dann vereinbare ich gern mit Ihnen einen Termin.