Psychologische Privatpraxis in Dresden

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Epilepsie –
Selbstkontrolle epileptischer Anfälle mit Hypnose

Bereits im Jahre 1963 wurde in den USA von Stein eine Studie zur Anfallsunterbrechung mit Hypnose veröffentlicht. Er nannte die dazu verwendete Methode „Technik der geballten Faust“. Ich habe die Anwendung von Hypnose zur Selbstkontrolle von Anfällen lediglich wiederentdeckt und seit Mitte der 90er Jahre in einen verhaltenstherapeutisch orientierten Behandlungsansatz nach J. Dahl (1992) integriert, etwas verändert und erweitert.

Hypnose ist kein Ersatz für antiepileptische Medikamente

Sie ist keine sogenannte alternative, sondern eine ergänzende Methode zu einer medizinisch indizierten antiepileptischen Behandlung. Sie ist dort einsetzbar, wo es um die psychischen, speziell um die emotionalen Anteile epileptischer Anfälle geht.

Nach J. Dahl (1992) wirken sich folgende psychische Faktoren ungünstig auf das Anfallsgeschehen aus:

  • Ängste
  • negativer Stress
  • soziale Konflikte im familiären, schulischen und beruflichen Umfeld
  • gestörtes Selbstwertgefühl
  • unterdrückte negative Emotionen wie Ärger, Wut, Aggressivität
  • eine allgemeine geringe Lebenszufriedenheit
  • Langeweile

Für eine erfolgreiche Behandlung mit Hypnose  ist Voraussetzung, dass die Anfallserkrankung, deren Begleitumstände oder Folgen  in erster Linie ein Problem des Patienten sind  und weniger seiner Angehörigen, Lehrer, Vorgesetzten oder gar seines Arztes.  *)

Selbstkontrolle  von  epileptischen Anfällen heißt:

anfallsverhindernde Faktoren   wie aktive Erholung, innere Ausgeglichenheit, angenehme Tätigkeiten / Hobbies,  Freunde,  schulischer / beruflicher Erfolg … erkennen und  nutzen sowie

anfallsbegünstigende Faktoren   (vom Musikantenstadl über die  böse Schwiegermutter bis zu den eigenen negativen Gedanken und Überzeugungen) erkennen, meiden, anders darüber denken oder anders als bisher damit umgehen.

Hypnose kann auf 3 verschiedene Arten zur Selbstkontrolle von Anfällen eingesetzt werden:

  1. Im Sinne einer allgemeinen Anfallsprophylaxe in Form von entspannenden und
    Ich-stärkenden Suggestionen
  2. Zum Erarbeiten von Anfallsunterbrechungstechniken bei Anfällen mit Vorboten / Auren
  3. Zur Arbeit an psychischen anfallsfördernden Faktoren (s. o.). Hier geht es um
    Psychotherapie zur Bearbeitung tieferliegender Ursachen für die Anfälle.

 

*)  Wie man Selbstkontrolle von Anfällen auch betrachten kann

Viele Menschen verbinden mit einem epileptischen Anfall Begriffe wie Hinfallen, Unfall, Notfall, Ernstfall, Rückfall, Ausfall, Zufall; aber die Leute, die selbst Anfälle haben, die eigentlichen Anfallsexperten, wissen es besser.

Ja, ein Anfall wirkt manchmal unberechenbar wie der Zufall, aber oft ist es gar kein Hinfallen, Unfall, Ernstfall, Notfall, Ausfall oder Rückfall, sondern für den Betroffenen der  Normalfall,  ein Kommen und Gehen, ein alter Bekannter.

Es gibt nicht wenige Anfallskranke, die haben ihre Anfälle unter Kontrolle.  Und wer seine Anfälle selbst  kontrollieren kann, entwickelt mehr Selbstvertrauen.

Da fragt man sich manchmal, ob das Selbstvertrauen Voraussetzung für Selbstkontrolle ist oder umgekehrt, die Selbstkontrolle Voraussetzung für Selbstvertrauen.

Fakt ist: Selbstkontrolle von Anfällen erfordert viel Selbstbeobachtung und Übung. Dabei braucht der Anfallskranke, um durchzuhalten,  viel Selbstvertrauen, damit der Anfall für ihn  seinen Schrecken  als Zufall  verliert und nur andere ihn mit Begriffen wie Hinfall, Notfall, Unfall, Ernstfall, Ausfall oder Rückfall verbinden.

Wer ernsthaft mit dem nötigen Selbstvertrauen die Selbstkontrolle seiner Anfälle anstrebt, wird den Anfall vielleicht als seinen Fall, als Normalfall empfinden, auch wenn er sich eigentlich den Wegfall des Anfalls wünscht. Aber wäre der Wegfall des Anfalls wirklich in allen Lebenslagen ein Glücksfall???

Es gibt Momente, wo das Selbstvertrauen trotz Selbstkontrolle seinen Weg in den Keller geht: Da befürchtet man einen Reinfall, und dann ist der Anfall tatsächlich ein Glücksfall, vorausgesetzt es kommt zu keinem Unfall als Ernstfall oder Notfall.

Das wäre dann kein Glücksfall, sondern wirklich ein Reinfall durch den Anfall.

 

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